Königl. Privil. Scharfschützengesellschaft Lichtenfels

Kurze Chronologie der Lichtenfelser Schützengesellschaft

Chronik-Inhalt

Bedeutete Jahreszahlen in unserer Chronik:

1. Die Entstehung des Schützenwesens in Lichtenfels
Einleitung zur Chronik
1258 - 1413 - 1500 - 1513 - 1519 - 1629 - 1630 - 1726 - 1750 - 1802

2. Wiedergründung und Aufbau der kgl. privil.Scharfschützengesellschaft Lichtenfels
1810 - 1814 - 1827 - 1834 - 1863 - 1866 - 1868 - 1870 - 1889 - 1893 - 1897

3. Hundertjahrfeier und schwere Zeiten - nicht nur für die Schützen
1910 - 1914 - 1919 - 1921-1933 -1935- 1939 - 1943 - 1945

4. Der Wiederaufbau
1948 - 1950 - 1951 - 1952 - 1954

5. "... wieder privilegiert"
1960 - 1961 - 1963 - 1967 - 1968 -1969

6. "neue Zeiten brechen an"
1970 - 1971 - 1972 - 1974 - 1975 - 1977

7. "die Jubiläen"
1980 - 1983 - 1985 - 1986 - 1987 - 1988

8. "große Leistungen"
1990 - 1993 -1994 - 1996 - 1998 - 1999

9. "unbegrenzte Möglichkeiten ..."
2000 - 2001 - 2002 - 2003 - 2004 - 2005 - 2006 - 2007 - 2008 - 2009 - 2010 - 2011 - 2012 - 2013
 
 

Chronik

Über das genaue Gründungsjahr der Schützengemeinschaft sind wir nicht unterrichtet. Die Schützen entstanden aus Schutzgilden und Wehrgemeinschaften, die in der Erhaltung der allgemeinen Sicherheit ihre Aufgaben sahen; ihre Schützenfeste feierten sie (Armbrust- und Büchsenschützen), wenn sie ihre Stadt erfolgreich verteidigt hatten.

Im Jahre 1910 beschäftigte sich Geheimer Kommerzienrat Georg Krauß, anlässlich der Hundertjahrfeier der Schützengesellschaft erstmals mit der Geschichte der „Lichtenfelser Schießgesellen“.

Er schrieb: „Die Aufzeichnungen, die wir vorfinden, sind leider, wie alle Aufzeichnungen aus verflossenen Jahrhunderten, nicht nur spärlich an der Zahl, sondern vor allen Dingen nicht eingehend genug, um uns an ihrer Hand ein Bild entwerfen zu können von dem eigentlichen Treiben unserer Schießgesellen.
Die Aufzeichnungen, die von der Zunft zweifelsohne geführt wurden, gingen verloren. Nur vereinzelt lassen sich aus den Ratsprotokollbüchern und sonstigen Quellen knappe Hinweise zur Geschichte des Schützenwesens entnehmen. Durch Vergleich mit den Nachbarstädten, wo ähnlich gelagerte Verhältnisse bestanden, ergeben sich aber ziemlich zuverlässige Schlüsse.
Die Schützen entstanden, wie schon der Name sagt, einst aus den so genannten Schutzgilden, die zur Erhaltung der allgemeinen Sicherheit, wie zur Unterstützung der Armen oder der durch Feuer usw. Heimgesuchten gebildet wurden.>>>>>
Der Ursprung der Schützengilden fällt mit der Entwicklung von Ansiedlungen zu Städten und, damit verbunden, des Entstehens eines freien Bürgertums zusammen. Es waren bewaffnete Bürgerverbindungen, denen der Schutz der Städte oblag, und nur Männer mit Ehre und einem tadellosen Lebenswandel fanden unter ihnen Aufnahme.
Das Vorrecht des Waffentragens war Ausdruck hoher Ehre und öffentlicher Achtung, außerdem waren damit bedeutende Vergünstigungen (Privilegien) verbunden.
Der Wortstamm des Namens "der Schütze" ist mit "zu schützen" verwandt, ebenso das Wort "schießen".
In der Schützengilde erhält die bewaffnete Bürgerschaft im 15. Jahrhundert ihre Organisation.

Der älteste Hinweis auf diese Gemeinschaften stammt von Bischof Otto II. von Münster aus dem Jahre 1258. Eine von diesem Kirchenfürsten verfasste Urkunde regelt die Pflicht zur Teilnahme an den Schutz-Gildenschaften.
Das Aufkommen der Städte und die zu Ihrer Verteidigung notwendigen militärischen Maßnahmen, die sich naturgemäß auf die Bürgerschaft stützen mussten, erforderten eine allmähliche Neuordnung der Streitmacht in den städtischen Siedlungen. Waren bis dahin die landesherrlichen Heere aus der wehrpflichtigen Ritterschaft und deren Gefolgsleuten zusammengesetzt, so traten im 13. und 14. Jahrhundert auch die an Zahl immer mehr zunehmenden Städte dabei in Erscheinung.
Aus kirchlichen Quellen ist bekannt, das erstmals 1207 ein Pfarrer Heimo in Lichtenfels genannt wird. Nur wenig früher wird die Pfarrei errichtet worden sein, vermutlich von den Herzögen von Andechs-Meranien, den Lichtenfelser Stadtgründern.

Wir finden schon zu Anfang des 15.Jahrhunderts in den einschlägigen Akten der „Schießgesellen“ Erwähnungen und glauben mit Recht annehmen zu dürfen, dass schon im Jahre 1413 eine Art Schützengesellschaft in Lichtenfels bestand. Die Gründung erfolgte nicht in einem bestimmten Jahr; sie entwickelten sich vielmehr aus jenen städtischen Wehrgemeinschaften, die von Anfang an auch die Schützen einschließen mussten, wenn sie ihrer Aufgabe, dem allgemeinen Wohl der Stadt zu dienen, gerecht werden wollten. Diese städtischen Wehrgemeinschaften sind ohne Zweifel so alt wie die Städte selbst, so dass in allen Fällen ihre Entstehung sich im Dämmerlicht der frühen hochmittelalterlichen Geschichte verliert. >>>>>

Waren anfänglich die Schützen nur mit Armbrüsten bewaffnet, so folgten sie dem Fortschritt der Waffentechnik und traten bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts auch als Büchsenschützen auf.
Beide Gruppen - Armbrust- und Büchsenschützen - bildeten als Bestandteile derselben städtischen Wehrinstitution stets eine Einheit; so wie sie im Ernstfalle gemeinsam die Stadt verteidigten, feierten sie auch gemeinsam ihre Schützenfeste.

Georg Krauss nennt das Jahr 1 4 1 3, weil hier unter Bischof Albert für Lichtenfels eine neue Stadtordnung erlassen wurde, die Verfassung und Gerichtswesen regelte. Den Schießgesellen wurde wahrscheinlich im Rahmen der Verteidigung eine wesentliche Rolle zuteil, doch finden sich hierüber keinerlei schriftliche Belege. >>>>>

Der älteste schriftliche Nachweis über die Lichtenfelser Schützen befindet sich im Bamberger Staatsarchiv. Das Bamberger Ratsmemorialbuch für die Zeit von 1470 bis 1527 enthält nachfolgenden Eintrag über das „Landtschießen anno 1500 zu Bamberg“, es werden viele Adelige aus dem Bamberger Land und verschiedene Städte erwähnt.
Aufzeichnungen, vermutlich von der Feder des damaligen Bamberger Stadtschreibers, berichten von den Veranstaltungen eines Bamberger Landschießens, das am St. Bartholomäustage, dem 24.August des Jahres 1500, begann. An 54 Städte ergingen Einladungen zur Abordnung von Schützen zu diesem Fest. Insgesamt 19 Schützenabordnungen von auswärtigen Orten waren vertreten: von Zeil, Schleusingen, Kronach, Gerolzhofen, Hassfurt, Wertheim, Volkach, Dettelbach, Baunach, Schweinfurt, Nürnberg, Staffelstein, Ebern, Römhild, Ochsenfurt, Coburg, Herzogenaurach, Strullendorf und schließlich auch von Lichtenfels. Namentlich ist der Lichtenfelser Bürger Heintz Mulner genannt. Geschossen wurde sowohl mit der Armbrust wie mit der Büchse. Das „Beste“, das heißt der Hauptgewinn bei beiden Schießen, bestand in je einem „verdeckten Ochsen“, ein zweiter Gewinn war ein silberner und übergoldeter Sankt Georg. >>>>>

Die nächste Nachricht entstammt der Lichtenfelser Stadtrechnung von 1513/14. Sie vermerkt unter dem Titel Ausgaben: "Geben 2 Gulden den Büchsenschützen, die uf das Schießen gen Bamberg gezogen, uf Befehl eines Rats".

Eine Menge von Belegen aus Lichtenfelser Forst- und Castenrechnungen zwischen 1519 und 1741 machen deutlich, wie die Stadt Lichtenfels an der Pflege des Schützenwesens interessiert war und dass sie es sich nicht nehmen ließ – wenn auch zum Teil aus egoistischen Gründen – ihre „Schießgesellen“ zu unterstützen.

1629
Am 26. Juni 1629 berichten die Schützen und Schießgesellen zu Lichtenfels, ihr Schießhaus sei eingefallen, die Schützen können deshalb bei Regenwetter nicht mehr zu den hergebrachten Übungen kommen. Sie wollten ihr Schießhaus gerne wieder aufbauen und wollten bei Tag und Nacht auch Leib und Leben, Gut und Blut bereitwillig einsetzen, man möge ihnen deshalb das Bauholz zum Schießhaus zur Verfügung stellen. Darauf gab der Fürst vom Bamberg auf Vorschlag des Lichtenfelser Forstmeisters 74 Reiser und 3 Bäume in Carl Dehlers Forstrevier bei Steinern Kreuz und hinterm Freistuhl in Gnaden, das heißt kostenlos ab. (Forstprotokoll im Staatsarchiv Bamberg)  >>>>>

1629/1630
Aus der Stadtrechnung des Jahres 1629/1630 ist zu ersehen, dass zur Erbauung des neuen Schießhauses die Stadt einen Zuschuss von 50 Gulden leistete.

1726
Unter den in der Stadtpfarrkirche aufbewahrten Fahnen wird auch die Jägerfahne erwähnt. Gemeint war die Schützenfahne. Sie scheint verloren gegangen zu sein, da sie in späteren Inventaren nicht mehr erwähnt wird (Lichtenfelser Pfarrarchiv)  >>>>>

Über die Zeit von1750 bis 1810 sind keine Aufzeichnungen über Lichtenfelser Schützen vorhanden. Auch das Bamberger Staatsarchiv, das alle Forst- und Castenrechnungen das oberfränkischen Raumes bis 1802 fast lückenlos aufweist, erwähnt die Lichtenfelser Schützen nicht mehr. Die Behörden stellten in dieser Zeit ihre eigenen offiziellen Schutztruppen auf. Offensichtlich waren damit die Schützen als „Hilfspolizisten“ nicht mehr gefragt, der Niedergang der Schützenzunft war nicht mehr aufzuhalten. Der Geist der französischen Revolution hat sicher den Niedergang beschleunigt.  >>>>>

Der Schützengeist ist in Lichtenfels jedoch nicht ausgestorben. Im Jahre 1810 überlegten und beschlossen Lichtenfelser Bürger, die Tradition der alten Lichtenfelser Schützenzunft wieder aufleben zu lassen und sie – nun auf sportlicher Basis – fortzusetzen. Am 2.Juli 1811 war es soweit: Lichtenfelser Bürger gaben sich eine Schützenordnung und wählten einen Oberschützenmeister und einen Unterschützenmeister, die „Schützengesellschaft Lichtenfels“ war gegründet.

In der Generalversammlung vom 10. Juli 1814 ersetzten die Schützen ihre Satzung durch eine ausführliche, die auf der Grundlage der königlich-bayerischen Schützenordnung vom 21. Juli 1796 baute.
Ab 1819 erfolgt eine Zeit der Ermüdung und Rückganges, da der hohe Aufwand für die Feste nicht mehr von allen Schützen getragen werden kann. Es wird auf die Durchführung der Schützenfeste verzichtet, obwohl sie so erfolgreich waren. Damit verbunden ist ein völliger Stillstand jeglicher Vereinstätigkeit.

Die bei der Gründung 1811 errichteten Gebäude, das Schützenhaus und das Schießstand-Häuschen sind mittlerweile baufällig. >>>>>
Das Beschlussbuch des Stadtmagistrats von  Lichtenfels enthält unter dem 22. August 1827 den Eintrag: "Da das Schießhaus in einem polizeiwidrigen und gefahrvollen Zustand, nach abgenommener Einsicht befunden worden ist, soll dasselbe auf Kosten der Gemeinde eingelegt und das Material bis auf Weiteres an einem sicheren Ort verwahrt werden." Übrig bleibt lediglich die Schießmauer mit dem Zielerstand.
Der alte Schützengeist war jedoch nicht erloschen. Die treibende Kraft der 2.Wiedergründung ist Johann Baptist Silbermann. Er baut aus eigenen Mitteln im Jahre 1834 auf dem Anger ein neues Schießhaus.
Der heutige Vorsaal verkörpert diesen Bau. Als offizieller Gründungstag darf der 29. Mai 1834 genannt werden.

Auch in den folgenden Jahren ging es mit der Gesellschaft stets aufwärts. Bald war das Schützenhaus zu klein. Im Jahre 1863 beschloss man, das Schützenhaus zu erweitern. Der Anbau bestand aus einem Tanzsaal, einem Spielzimmer, einem Buffet und einer Küche. Die ganze Anlage erhielt eine neue Bedachung, eine Heizungs- und eine Gaseinrichtung. >>>>>

Als im Jahre 1866 der Krieg zwischen Bayern und Preußen ausgebrochen war, wurde das Schützenhaus von bayerischen Truppen belegt, teils als Wachtgebäude, teils als Schreibstube. Die Schützen holten ihr Schützenfest nach dem Friedensvertrag vom 23. August 1866 nach.
Welches Ansehen die Lichtenfelser Schützen zu dieser Zeit genossen, wird deutlich, dass ihnen Herzog Maximilian von Bayern, der damalige Schlossherr von Banz, einen fein gearbeiteten Silberpokal überreichen lies.

Im Jahr 1868 ließ der bayerische König eine neue Schützenordnung ausarbeiten und dem Verein vorlegen. Die Generalversammlung vom 25.Oktober 1868 genehmigte einstimmig die neue Satzung. Dadurch erhielt die Gesellschaft das Recht, den Titel "Königlich Privilegierte Scharfschützengesellschaft" zu führen.

Am 27. Juli 1868 findet erstmals beim Lichtenfelser Freischießen eine große Landwirtschafts- und Industrieausstellung statt. „Den Stern- und Glanzpunkt unseres Festes aber wird der heutige Tag bilden, an dem die Produkte unsrer Landwirtschaft und Industrie gebührende Anerkennung und Wpürdigung erfährt“, heißt es. „Es fand eine große Verlosung von Nutztieren, landwirtschaftlichen Geräten, Maschinen statt. Die Zahl der Umzugsteilnehmer wurde auf 7000 geschätzt“. Im imposanten Festzug mit einer langen Reihe von Geschmückten Wagen nehmen berittene Committemitglieder, Feuerwehr, Schützen und Turner teil.

 

1869 stiften die Damen der Schützengesellschaft eine Fahne, die beim Freischießen geweiht wurde. Der weiße Seidenstoff zeigte auf der einen Seite das Wappen der Stadt in Gold die andere Seite war grün mit der in Gold gestickte Inschrift: „Die Frauen und Jungfrauen der Schützengilde Lichtenfels“.

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Der deutsch-französische Krieg 1870/71 brachte wesentliche Behinderungen im Vereinsleben. Nicht nur das herkömmliche Schützenfest musste 1870 unterbleiben, auch das Schießhaus selber diente vom 18.September 1870 bis 31.März 1871 als Vereinslazarett. Der Lichtenfelser Zweigverein zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger, unter Vorsitz von Bezirksamtmann Dr. Heim, richtete ab 13.September 1870 unter freiwilliger Mithilfe der Einwohnerschaft im Schießhaussaal ein Lazarett ein.

Um im Sport leistungsfähig zu bleiben, wurden in 1889 die Schießstände von 100 m auf 175 m erweitert. Beim Schützenfest 1893 gelangte der vom hiesigen Chorrektor Lutz komponierte
"Lichtenfelser Schützenmarsch" unter Zugrundelegung der Melodie "Im Wald und auf der Heide" erstmals zur Aufführung. Leider hat sich der Marsch im Schützenarchiv nicht erhalten und ist bis heute verschollen. Das Schützenhaus wurde schon 1897 an den Fernsprechverkehr angeschlossen, der Festplatz bereits mit Gasglühlicht beleuchtet.  >>>>>

Das Jahr 1910 stand für die Schützen ganz im Zeichen der Hundertjahrfeier der 1.Wiedergründung.
121 Schützen beteiligen sich am sportlichen Wettbewerb. Über den "Ehrengabentempel" schreibt ein Zeitzeuge: "Einig ist man sich wohl allseits darin, dass noch selten ein Schützenverein ein Jubiläumsschießen an Ehrengaben so ausstatten konnte, wie Lichtenfels es vermochte."

Auch in den nächsten Jahren feiern die Schützen rauschende Feste.
Für die Zeit vom 12. bis 15 Juli 1914 hatte die Schützengesellschaft zum Schützenfest geladen. Das Schießprogramm für das Hauptschießen wurde auf sechs Scheiben abgehalten. Es gab eine Glück-, Meister-, Adler-, Haupt-, Fest- und Ehrenscheibe. Die Entfernung vom Stand des Schützen bis zur Scheibe betrug 175 Meter. Es wurde außerdem auch eine Wildscheibe „laufender Keiler“ beschossen. Am Sonntag Vormittag 10.30 Uhr war der Schützenauszug. Diese Tradition besteht auch heute noch. Der Festball wurde am Montag, 19.30 Uhr abgehalten und am Dienstag um die gleiche Zeit war das Festkonzert. Ein weiteres Konzert wurde am Mittwoch um 19.30 Uhr abgehalten. Am diesem Tag fanden auch die Preisverteilung und der Schützeneinzug statt. Danach erfolgte die Rückbegleitung der Fahne mit Musik zum Rathaus. Auch dieser Brauch hat sich bis in die heutige Zeit gehalten.  >>>>>

Doch mit dem Ausbruch des 1.Weltkrieges am 28.Juli 1914erlosch die Tätigkeit der Schützen für vier Jahre.

Am 3.August 1919 erst wagte man, wieder ein Schützenfest zu veranstalten.
Die Schützenfeste in den Jahren 1921-1923 standen im Zeichen der Inflation. Im Jahr 1923 betrug bei der Abschlussrechnung der Kassenbestand einen Wert von 207 Billionen. Trotzdem war die Gesellschaft praktisch finanziell nicht mehr handlungsfähig, wenn man bedenkt, dass eine Monteurstunde 51.000 Mark und eine Sicherungspatrone 330.000 Mark kostete.

Am 14. Mai 1933 wurde eine Kleinkaliber-Abteilung als Jugendschützenabteilung gegründet. Sie sollte den Nachwuchs für die Altschützengesellschaft sichern.  >>>>>
Mit der Machtübernahme Hitlers 1933 erfolgt die Gleichschaltung der Gesellschaft im Sinne der NSDAP. Die bisherige Schützenordnung von 1868 wurde außer Kraft gesetzt. Die neue Satzung war auf das Führerprinzip ausgerichtet: Wahl eines Führers, des Stellvertreters und zweier Kassenprüfer die Beiräte und Mitarbeiter wurden bestimmt. Als Führer wurde Udo Krauss, als dessen Stellvertreter Hans Frank gewählt. Diese Männer galten als Garanten dafür, die Gesellschaft fern der Tagespolitik im alten sportlichen und kameradschaftlichen Geist fortzuführen.
1935 wurden erstmals Wettkämpfe im Kleinkalibersport durchgeführt. Ab 1937 wurde das Kinderfest zu einer festen Einrichtung während des Schützenfestes.

Der Ausbruch des 2.Weltkrieges bewirkte eine Lähmung des Schießbetriebes und des Vereinslebens. Es konnte noch geschossen werden - wenn auch in beschränktem Umfang. Ab 1943 stand das Schützenhaus dem Roten Kreuz als Reservekrankenhaus zur Verfügung.  >>>>>

Mitte April 1945 wurde das Haus teilweise zerstört. Viele wertvolle Scheiben gingen dabei verloren, ein Teil des Schützenarchives wurde verbrannt.
Die Schützengesellschaft war praktisch tot, sie hatte auch keine rechtliche Vertretung mehr.

Die Wiedergründung erfolgte1948 durch die Gründung des "Gesellschaftsvereins Lichtenfels". Der Name wurde - als es die Besatzungsmacht zuließ - noch im gleichen Jahr geändert, der alte Name "Privilegierte Scharfschützengesellschaft Lichtenfels" wurde wieder eingeführt.
Am 15.Dezember 1949 wurde die Priv. Scharfschützengesellschaft wieder unter ihrem alten Namen in das Vereinsregister eingetragen, erhält aber den Zusatz e.V.. >>>>>
Das Freischießen führte vom 17. bis 24. Juli 1949 der Stadtrat Lichtenfels als "Volksfest" mit Kinderfest und Trachtenzug durch. Im Jahr 1950 war die Schützengesellschaft nach einer Pause von 10 Jahren erstmals wieder in der Lage, das traditionelle Schützenfest aus eigener Kraft durchzuführen. 1951 zum Schützenfest kann die Gesellschaft als Ehrengäste den bayerischen Wirtschaftsminister Dr. Seidel und Bundesjustizminister Dr. Dehler begrüßen. Beim Abschießen ist zum ersten Mal eine Damenscheibe aufgestellt, die sehr viele Damen auf den Schießstand lockt.
Am 17. Februar1952, versammelten sich im Schützenhaus Lichtenfels die Vertreter von 12 Schützengesellschaften aus den Landkreisen Coburg, Kronach, Lichtenfels und Staffelstein und den kreiseigenen Städten Coburg, Neustadt bei Coburg und Rodach, zur Gründungsversammlung des  Schützengau Nord.
Nach einem Aufruf des Innenministeriums 1954 erkannte man die Satzung von 1868 wieder an, der alte Titel "Königlich privilegierte" kam dadurch wieder zu Ehren.  >>>>>

1960 ist ein weiterer Markstein der Geschichte der Gesellschaft.
Drei Jahre dauerten die umfangreichen Vorbereitungen, um die 150 jährige Wiedergründung der Gesellschaft würdig begehen zu können. Die neue Schießanlage wurde am 30.4.1960 eingeweiht. Sie umfasste 13 Stände für Luftgewehr, 4 Kleinkaliberstände 50 m, 3 Großkaliberstände 100 m,
und 1 Pistolenstand 25 m. Die Anlage zählte zu den schönsten und modernsten Anlagen Oberfrankens. Auch das Innere des Schützenhauses wurde renoviert. Das Schützenfest auf 10 Tage ausgedehnt.
Der Stadtarchivar, Heinrich Meyer, schreibt eine Chronik des Lichtenfelser Schützenwesens, in der der Lichtenfelser Schießsport und das gesellschaftliche Leben durch Jahrhunderte hinweg aufgezeichnet wird. Fotos der Schützenkönige seit 1910 werden gesammelt und in einem Bild vereinigt.
Sportlich ist dieses Hauptschießen ebenfalls sehr bemerkenswert: 501 Schützen kommen aus nah und fern nach Lichtenfels, ein Rekordergebnis!  >>>>>

1961 werden erstmalig die Gaumeisterschaften in Lichtenfels ausgetragen, da nun alle Disziplinen durchgeführt werden können. Durch die Initiative des 1. Geschoßmeisters Rudolf Großmann und Herbert Lewandoske wird eine Pistolenmannschaft gebildet, die in Vergleichsschießen mit Coburg, Kronach und Bamberg bereits gute Erfolge erringen kann.
Das Innenministerium hat eine grundsätzliche Entschließung über den Rechtsstand der "Privilegierten Schützengesellschaften" gefasst. Das Recht, die Bezeichnung "privilegiert" zu führen, kommt nur denjenigen Schützengesellschaften zu, die ihre Rechtspersönlichkeit vor dem Inkrafttreten des BGB durch Anerkennung der Schützenordnung vom 25. August 1868 erlangt und nicht durch ausdrückliche Entziehung das "Privileg" wieder verloren haben.
Damit ist die Gesellschaft zur Führung des Namens " Königlich privilegierte Scharfschützengesellschaft Lichtenfels" berechtigt.  >>>>>
Am 29.5.1963 wird die Eintragung der Gesellschaft aus dem Vereinsregister gelöscht.
1967 werden zwei neue KK-Stände gebaut. Am Heilig Abend des Jahres 1967 werden die Schießstände von einem Hochwasser heimgesucht; die Schießanlage wird in einer Höhe von 2,70m überflutet und dadurch die gesamte KK-Anlage vernichtet.
1968 wird das Königsschießen erstmals mit dem Kleinkaliber auf 50m Entfernung durchgeführt. Damit soll ein vorzeitiges Bekannt werden des Königs verhindert werden. Die Schusszahl ist noch unbeschränkt, bei zwei Kartentreffern muss das Schießen beendet werden.

1969 erfolgte die Übergabe der neuen Anlage der Pistolenstände; auf die Königsscheibe dürfen jetzt nur noch zwei Schüsse abgegeben werden. >>>>>

1970 fallen wesentliche Arbeiten am Schützenhaus an: Erneuerung der Saaldecke, Einbau neuer Türen und Renovierung des Dachgebälks.

1971 führt die Gesellschaft erstmals einen dreitägigen Herrenausflug nach St. Pauls/Südtirol durch.

Anlässlich der Generalversammlung 1972 bedankt sich der Erste Schützenmeister Helmut Laatz bei Richard Völker für den neu ins Leben gerufenen Spielmannszug. Unter der Leitung von Herbert S. Birger werde sicher auch in der Zukunft die Begeisterung anhalten. 1972 werden die 50m Stände elektrisch beleuchtet.

1974 wurde die Abteilung der Vorderladerschützen gegründet.
Seit diesem Jahr wird auch der "Tag der behinderten Kinder" während des Schützen- und Volksfestes organisiert. Die Initiatoren seit Beginn und in den letzten Jahren waren H.S. Birger, Heinz Caspari, Richard Weberpals, Heinz Angermüller, Kurt Göbel, Hans Büttner, Karl-Heinz Orlishausen, Heinz Bollmann. Nachdem die Lehrerschaft durch den Bezug der neuen Hauptschule in Lichtenfels zu sehr in Anspruch genommen war, konnte in diesem Jahr kein Kinderfestzug stattfinden. Karl-Heinz Orlishausen hatte vorgeschlagen dafür mit der Sonderschule am Montag ein paar frohe Stunden am Schützenplatz durchzuführen. >>>>>

Die "altersschwache" Fahne kann bei Umzügen nicht mehr mitgeführt werden. Dr. Baptist Hofmann stiftet eine neue Schützenfahne. Sie wird im Rahmen einer Feierstunde am 12. Juli 1975 im Rathaussaal geweiht und der Gesellschaft übergeben.

1977 wurden die Luftgewehrstände "winterfest" gemacht und völlig neu gestaltet. Im April des Jahres 1977 findet das Eröffnungsschießen statt. Die Ehrenscheibe zeigt den Oberzieler Albrecht Geldner, der in seiner Uniform alljährlich beim Schützenauszug "voraustanzt". Die Gesellschaft hat als einer der letzten bayerischen Schützenvereine einen Oberzieler der Prägung des vergangenen Jahrhunderts. Vor dem 2.Weltkrieg gab es in der Gesellschaft drei Zieler, welche aus einem Graben, direkt unterhalb der Schießscheiben, den Schützen ihre Treffer angezeigt haben.
Im April findet im Schützenhaus der Oberfränkische Schützentag statt. 300 Delegierte aus 293 Vereinen werden begrüßt. Der erste Landesschützenmeister spricht der Gesellschaft ein hohes Lob für die gute Organisation aus. >>>>>
Als Auftakt zum Schützenfest erhalten die Schützendamen erstmals eine wertvolle Kette für die Schützenkönigin. Das Schützenfest erhält in diesem Jahr einen sehr starken amerikanischen Akzent. Über 80 Gäste der Partnerstadt Vandalia feiern mit den Lichtenfelsern das Volksfest und marschieren auch beim Kinderfestzug mit.

Seit 1980 erfolgten eine Reihe von baulichen Veränderungen im Schützenhaus selbst:
die Schänke wurde neu gestaltet, der Kühlraum erneuert, die Heizung von Öl auf Gas umgestellt, neue Toilettenanlagen eingebaut, der Dachboden gründlich renoviert, die Schießstände beheizbar gemacht. Im innenbetrieblichen Bereich der Gesellschaft erfolgt die Umstellung der Mitgliederverwaltung auf EDV und die elektronische Auswertung der Schießergebnisse.>>>>>

1983 lädt das Schützenmeisteramt erstmals die Damen der verstorbenen Schützenbrüder im Rahmen des Schützenfestes zu einer Kaffeetafel in das Schützenhaus ein. In diesem Jahr wurde auch der Brauch aufgegriffen, zum Schützenfestbeginn die Bewohner des Altenheimes durch ein Ständchen zu erfreuen. Es erfolgt der Aus- und Umbau der ehemaligen Garderobe zum Jugendzimmer. >>>>>

1985 feiert die Gesellschaft das 175 jährige Jubiläum der Wiedergründung.
Der Festzug war eine Demonstration und Dokumentation oberfränkischen Schützenwesens.  Abordnungen von mehr als 20 oberfränkischen Schützenvereinen mit nahezu 1000 Teilnehmern bildeten einen bunten Zug durch die Korbstadt, hin zum Schützenplatz. Unter den vielen Ehrengästen waren auch Andreas Hartinger, Präsident des Deutschen Schützenbundes und Landesschützenmeister, Hans Hümmer Bezirksschützenmeister, Wolfgang Felmberg zweiter Gauschützenmeister. Der Schirmherr Herzog Max von Bayern musste leider aus dringenden familiären Gründen die Teilnahme absagen.
Auch das „Kaiserwetter“ blieb den Schützen während der gesamten Festtage treu. >>>>>

Am 24. Februar 1986 erlischt der Bierlieferungsvertrag mit der Brau AG Nürnberg und die Altenkunstadter Brauerei LEIKEIM übernimmt die Bierlieferung, auch für das Schützenfest.

1987 wurde erstmals der Kinderfasching vom Faschingssonntag auf den Faschingsdienstag verlegt und wurde ein so toller Erfolg, dass diese Veranstaltung auch in den späteren beibehalten wurde.

Die Anwesenheit von Herzog Max in Bayern und des Präsidenten des Deutschen Schützenbundes Andreas Hartinger 1988beim 575jährigen Gründungsjubiläum der königlich privilegierten Scharfschützengesellschaft war Ehre und Auszeichnung für die Gesellschaft zugleich. Zu diesem Jubiläum fanden ein Eröffnungsschießen, Vorderladerschießen und Jahresabschluss-Schießen statt. Es wurde auch eine Silbermedaille als Sonderprägung  aufgelegt.

1990 war es für die Gesellschaft eine große Ehre, mit über 60 Schützen, Oberfranken beim Oktoberfest Trachten- und Schützenzug, in München zu vertreten. >>>>>

Am ersten Schützenfest Freitag 1993 fällt der Startschuss für den "Schützenfest-Express". Einer Buslinie, welche extra für die Schützenfestbesucher eingerichtet wird. Jeweils am Freitag, Samstag und Sonntag (den Hauptbesuchstagen) fahren die Seubelsdorfer, Wallenstadter und Köstner mit den Linienbussen zum Festplatz.
Der 44. Bayerische Schützentag wurde vom 10. bis 12. Juni 1994 von der Schützengesellschaft ausgerichtet. Am Sonntag bewegte sich ein schier endloser Festzug durch die Stadt Lichtenfels zum Schützenplatz. Neben 300 Delegierten und Ehrengästen hatten sich an die hundert Schützenvereine, mit 1500 Teilnehmern, ihren Fahnen und Königen eingereiht. Der Präsident des Deutschen Schützenbundes und Landesschützenmeister Josef Ambacher bedankte sich für die überaus herzliche Aufnahme in Lichtenfels, hier befände man sich in einer Hochburg der Schützen. Auch werde bei der königlich privilegierten Scharfschützengesellschaft noch eine jahrhundertealte Tradition mit einem engagierten Fortschritt in Einklang gebracht. Gauschützenmeister Siegfried Möslein erinnerte in seiner Rede daran, dass man hier an "die Wiege des Schützenwesens" gekommen sei. Herzog Ernst II. von Coburg und Gotha habe vor 133 Jahren, am 11. Juli 1861, durch die Gründung des Deutschen Schützenbundes die Voraussetzungen zum Zusammenschluss aller deutschen Schützen geschaffen.
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Im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung im Mai 1996 wurde der Neubau der gesamten Schießanlage beschlossen.

Am 4.Dezember 1998 erfolgte dann die Grundsteinlegung dieses großen und zukunftsweisenden Projektes.
Auch in diesem Jahr durfte die Kgl. Privil. Scharfschützengesellschaft wieder Oberfranken am Oktoberfestzug im München vertreten, ein stolzer Zug von über 60 Lichtenfelser Schützen reihte sich in die vielen Trachten- und Schützenvereine ein.

Eine grundlegende Veränderung war 1999 die Teilnahme der Schützendamen am großen Schützenfest-Auszug. Erstmals in der Geschichte der Gesellschaft traten die Damen als geschlossene Gruppe in einheitlicher Kleidung auf. In frühlingsfrischem Lindgrün der karierte Rock, weißer Bluse und schützengrüner Wildlederweste. >>>>>
Mit vielen Arbeitsstunden entstand im Laufe des Jahres 1999 eine der modernsten Schießanlagen.

Die feierliche Eröffnung der Schießanlage fand vom 24.März bis 26.März 2000 statt.
Zum feierlichen Festkommers  am 24.März mit kirchlicher Segnung der neuen Schießanlage waren viele Ehrengäste und befreundete Vereine anwesend.
Am 25.März war ein Mannschafts-Pokalschießen für alle Vereine angesetzt, hier konnte man wertvolle Zinnpokale gewinnen, die im Anschluss beim Bayerische Bierabend überreicht wurden.
Der 26.März war ganz einem "Tag der offenen Tür" gewidmet, wo jeder Besucher unter fachmännischer Anleitung 10 Schuss abgeben konnte und hierfür eine ganz persönliche Urkunde erhielt.

2001 Der „Schützenfest-Express“ wird anlässlich des Schützen- und Volksfestes erstmals „getestet“. Die Initiative kommt von der Stadt, der Schützengesellschaft, von am Fest beteiligten Firmen und einem Busunternehmer. Unter Beteiligung bzw. großzügigen Spenden von Schaustellerfamilien und Arbeitern des Bauhofes werden zwei neue Eingangstürme für das Schützen- und Volksfest erstellt.

Am 14.April 2002 findet im Schützenhaus Lichtenfels, die Gauversammlung und das 50jährige Gründungsjubiläum des Schützengaues Nord statt. 1952 wurde der Schützengau Nord hier im Schützenhaus gegründet. Die Festveranstaltung mit 600 Gästen und 41 Fahnenabordnungen findet in der Stadthalle und anschließend die Gauversammlung im Schützenhaus Lichtenfels statt. Herzog Franz von Bayern ist Schirmherr der Veranstaltung. Die neue Gaustandarte wird kirchlich geweiht. Alfred Brandmeier hatte bereits 1992 den Antrag gestellt die Standarte anfertigen zu lassen. Am 28.2. stellen 18 Damen den Antrag die Proklamation der Königin auf das Schützenfest zu verlegen. Am 6.5. treffen sich die Damen und stimmen über den Antrag ab, die überwiegende Mehrheit ist für die Verlegung. Der Wunsch wird auch in der Generalversammlung im März vorgetragen, die Damen aber gebeten, den Antrag nochmals zu überdenken. In der Generalversammlung wird erstmals in der langen Tradition der Gesellschaft Elke Jäkel, als erste Frau, Damenleiterin. Bisher hatten immer Männer die Damenabteilung geleitet, was aber nicht heißt, dass dies den Damen unangenehm war. Die Luftgewehrsektion von Tafers/Schweiz lädt auf Anregung von Alfred Brandmeier die Lichtenfelser Schützen zum „Feldschießen“ mit Karabinern in die Schweiz ein. Diese Ehre ist sehr außergewöhnlich, denn normal bleiben die Schweizer Schützen lieber unter sich. Der Ausflug und die Teilnahme am dortigen Festzug findet einen sehr guten Anklang bei den Schützen beider Länder.

2003 Anlässlich der Generalversammlung wird nach kontroversen Diskussionen beschlossen,  die Proklamation der Damenkönigin vom Herbstball auf das Schützen- und Volksfest zu legen. Ziel ist die stärkere Integration der Damen in die Schützengesellschaft und eine höhere Beachtung in der Öffentlichkeit.

2004 Am 27. März werden im Innenhof der Schießanlage, hinter der Pergola,  3 Bäume gepflanzt, die Spender sind Ruth Müller, Rudolf Maisel und Raimund Meister.
Beim 53. Deutschen Schützentag vom 13. bis 16.Mai in Coburg tritt Lichtenfels mit einer großen Abordnung von Sportschützen zum Festzug an.

2007 Der Gauschützentag und der Bezirksschützentag finden in diesem Jahr bei der Kgl. Privil. Scharfschützengesellschaft statt. Im Mai treten 30 Mitglieder und die Schützengesellschaft dem BDS (Bund Deutscher Sportschützen) bei.

2008 Im März findet die 5. Offene Bayerische Landesmeisterschaft im Metall-Silhouetten-Schießen mit Luftdruckwaffen in Lichtenfels statt, veranstaltet vom Bund Deutscher Sportschützen (BDS). Im Mai erhält der verdiente Sportschütze Eckhard Stark aus der Hand des Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble das „Silberne Lorbeerblatt“, als höchste deutsche Auszeichnung im Sport.

2009 Im angehenden Frühjahr setzt sich der erste Schützenmeister Siegfried Jäkel nebst Gemahlin Elke und Ralf Wirth, an einen Tisch und führen ein erstes Gespräch über den Bogensport. Schnell wird klar, es gibt eine gemeinsame Leidenschaft. Zu dieser Zeit verfügt die Kgl. Privil. Scharfschützengesellschaft Lichtenfels bereits über 3 Foam Scheiben für Bögen bis 30 Ibs. Diese werden in der Luftgewehrhalle mit einer max. Entfernung von 10 m vor einem Fangnetz aufgestellt und dienen zum Training. Das erste offizielle Training findet am Mittwoch den 12.08. statt. Am Samstag den 15.08. wird ein Trainingstag mit Weißwurstfrühstück abgehalten welcher bei allen Beteiligten außerordentlich gut ankommt. Nach einem herben Rückschlag zum zuerst angedachten Gelände hinter den Schiessanlagen gibt es einen Lichtblick und bereits am 12.9. kann das große Übungsgelände auf den Mainwiesen am Wasserturm feierlich eingeweiht werden. Lobworte zum neuen Sportgelände kommen von der ersten Bürgermeisterin Dr. Bianca Fischer, Gauschützenmeister Detlev Spickmann und der Gaudamenleiterin Gabi Menzel. Die gute Resonanz der Besucher zeigt, dass hier ein richtiger Weg für die Zukunft beschritten wird.  Zur Generalversammlung wird mit großer Mehrheit beschlossen eine Arbeitsdienstumlage einzuführen. Mit Ausnahmen hat jedes Mitglied 10 Arbeitsdienststunden oder den Gegenwert von 10,00 Euro pro Stunde zu leisten.

2010 Das 200jähriges Jubiläum der Wiedergründung wird in 2010 bewusst nicht sehr aufwendig gefeiert, da bereits im Jahr 2013 mit dem Jubiläum „600 Jahre Schützen in Lichtenfels“, das in den Augen der Gesellschaftsleitung, bedeutendere Jubiläum ansteht. Beide Jubiläen in so kurzem Zeitabstand zu feiern übersteigt die personellen Kapazitäten.
In Zusammenarbeit mit dem Historischen Westernclub Lichtenfels veranstaltet die Bogenabteilung am 26. April einen Tag der offenen Tür unter dem Motto: „Into The West - Living History“. An diesem Tag der offenen Tür, wird der Bevölkerung kostenloses Bogenschießen und der Einblick in ein historisches Campleben geboten.
Die Bogenabteilung führt am 4. und 5. Oktober 2010 das erste 3D Bogenturnier der Kgl. Privil. Scharfschützengesellschaft am Herberg durch und erntet für die Durchführung höchstes Lob.
Beginn größerer Renovierungsarbeiten am Altbau. Das gesamte Schieferdach des Schützenhauses wird neu gedeckt, neue Saalfenster eingebaut, die Saalzwischendecke von oben isoliert, die seitlichen Anbauten neu gedeckt und defekte Teile der Dachkonstruktion ersetzt. Eingesetzt werden ausschließlich Handwerker aus der Region und sehr viel Eigenleistung der Mitglieder.

2011 Im Januar findet erstmalig ein Westernschießen in der Schießanlage statt. Zusammen mit dem Historischen Westernclub Lichtenfels bietet die Schützengesellschaft ihren Mitgliedern die Möglichkeit zum Revolver-, Unterhebel-, Vorderlader- und Bogenschießen. Zur Auflockerung gibt es auch Hufeisen-, Messer- und Axtwerfen. Am Abend findet zur Preisverteilung ein stilvoller Westernabend zum Kennenlernen statt. Erster Auftritt der Bogenabteilung mit der neuen „Uniform“ am Schützenfestzug in Lichtenfels. Die Bogenabteilung veranstaltet Anfang Oktober, mit sehr großem Erfolg und bei sehr schönem Wetter, ihr zweites 3-D Bogenturnier am Herberg in Lichtenfels. Nachdem die Renovierung der Saalheizung schon mehrere Jahr hinausgezögert wurde, wird diese durch eine moderne Gasheizung ersetzt. Zusammen mit der Saaldeckenisolierung machen sich sehr schnell Einsparungen bemerkbar.

2012 laufen die Vorbereitungen für das „große Jubiläum“ bereits auf vollen Touren. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm wird zusammengestellt. Angefangen vom Jubiläumsstart mit einer Silvester-Party, über einen „wiedererweckten“ Fasching, einem Mainwiesenfest am Wasserturm, ein Feuerstutzenschießen, das Oberfränkisches Böllerschützentreffen, den Festkommers, einen Tag Schützenfest Verlängerung bis hin zum Jubiläumsball mit einer Spitzenband. Dies alles und noch mehr findet sich im Veranstaltungskalender 2013 wieder. Aber auch Ausstellungen in den Schaufenstern der innenstädtischen Geschäfte, dem Rathaus sowie die vorliegende umfangreich bebilderte Gesellschafts-Chronik bilden einen Schwerpunkt der Arbeit im Schützenmeisteramt.
Am 7. Oktober beteiligt sich die Schützengesellschaft am vom Deutschen Schützenbund bundesweit durchgeführten „Tag der Schützenvereine“. Diese Präsentation soll der Bevölkerung die Vielseitigkeit des Schützenwesens zeigen und letztendlich den allgemeinen Mitgliederschwund stoppen.

Doch auch das Gesellschaftliche ist nie zu kurz gekommen. Wanderungen, Theaterbesuche, Tanzveranstaltungen, Herrenpartien, Damenausflüge und Fahrten der Jugend demonstrieren das Leben in unserer Gesellschaft.>>>>>

Für uns Schützen soll auch heute noch das Wort Goethes gelten, das 1910 in der Festrede, anlässlich der Hundertjahrfeier der Wiedergründung, Leitmotiv war:

"Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!"

Quellen:
Kulturgeschichte des Deutschen Volkes von Dr. Otto Henne Band 1, 1892, S.339
Das Lichtenfelser Schützenfest im Jahr 1811 (Jäck), Staatsarchiv Bamberg
Chronik der kgl.privil.Scharfschützengesellschaft Lichtenfels 1810-1860 (H.Meyer)
Goldenes Buch der kgl.privil.Scharfschützengesellschaft Lichtenfels
Geschichte des Coburger Schützenwesens Festschrift "600 Jahre Coburger Schützenwesen" von 1954 (Dr.W.Heins)
Die Lichtenfelser Schützen im 19. Jahrhundert (G.Robisch)
Jahrbücher der kgl.privil.Scharfschützengesellschaft Lichtenfels der Jahre 1947-1980 (Stadtarchiv)
Lichtenfelser Tagblatt: verschiedene Ausgaben, Stadtarchiv.
Protokollbuch der kgl.privil.Scharfschützengesellschaft Lichtenfels 1957-1985
Chronik anläßlich des 175jährigen Jubiläums der Wiedergründung 1985
eigene Aufzeichnungen von Peter Hoja aus den Jahren 1985 bis 2001



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