Königl. Privil. Scharfschützengesellschaft Lichtenfels

Gründung des Gaues Oberfranken Nord 1952 in Lichtenfels

Chronik-Inhalt


Gau Nord des Bayer. Sport-Schützenbundes gegründet
Gründungsversammlung am Sonntag, 17. Februar 1952 im Lichtenfelser Schützenhaus.

Willi Peter wurde stellvertretender Gauschützenmeister.
Namens des Bayer. Sport-Schützenbundes hatte der 1.Schützenmeister der Schützengesellschaft Coburg, Bernhard Schwemmlein, die Schützenvereine aus den Kreisen Coburg, Lichtenfels, Staffelstein, Kronach, Kulmbach und Neustadt für Sonntag ins Schützenhaus zu Lichtenfels eingeladen. >>>>>
Laut Beschluß des, Bezirks Oberfranken vom 4. Dezember 1951, nach dem der Bezirk in vier Gaue unterteilt wird, fand hier die Gründung des Gaues Nord statt.
An dieser sehr gut besuchten Tagung nahmen unter anderen Bezirksschützenmeister Willi Müller, Hof, sowie 1.Bürgermeister Unrein teil. Wie Schwemmlein eingangs erklärte, sind die Gaue Nordost und Süd bereits gegründet.
Die Unterteilung hat zum Ziel, den Schützenverbänden innerhalb der Gaue eine größere Entfaltungsmöglichkeit zu geben. Willi Peter, 1.Schützenmeister der Priv. Scharfschützengesellschaft Lichtenfels, begrüßte zugleich im Namen der Zimmerstutzenschützengesellschaft die Gäste in Lichtenfels und hob hierbei hervor, daß Lichtenfels eine der ältesten Schützengesellschaften besitze, die eine alte Tradition mit der Stadt verbindet. Nachdem in Zukunft die Erlangung einer Waffe nicht mehr vom Besitz einer Jagdkarte abhängig sein werde, sei auch die Voraussetzung gegeben, daß demnächst wieder mit Zimmerstutzen und Kleinkaliber auf Scheiben geschossen werden kann. >>>>>
Dadurch werde der deutsche Schützensport wieder das werden, was er einst war.
1.Bürgermeister Unrein entbot den Gästen, den Willkommensgruß der Stadt Lichtenfels. Im Schießsport vereinigten sich Zusammengehörigkeit und Kameradschaft mit echtem Volksleben, das besonders bei den Schützenfesten zum Ausdruck komme, so daß auch die Stadt das ihrige dazu tun werde, um den Schützenvereinen die Möglichkeit zu geben, in der engeren und weiteren Heimat volksverbunden zu wirken.
Bezirksschützenmeister Müller erklärte, das Jahr 1951 sei für die Schützen ein Jahr des Aufbaues gewesen. Für viele, Vereine fehlte die Grundbedingungen für eine Wiederaufnahme des Schießsportes, weil vieles vernichtet bzw. anderweitig besetzt worden sei. Diese Objekte, wie Vereinshäuser, Schießstände usw. müßten zum Teil erst wieder Eigentum werden. Er hob hierbei hervor, daß auf Grund ,der alliierten Kontrollratsbefehle eine Schützengesellschaft niemals verboten, sondern lediglich in ihrer sportlichen Betätigung gehemmt gewesen sei.
Dadurch ergibt sich, daß der Urheber für eine Beschlagnahmung auch dafür verantwortlich sei, daß diese Objekte wieder in den Zustand von 1945 kämen. Eine Forderung, die rechtlich, aber nicht wirtschaftlich bzw., wohnungsmäßig durchführbar sei. >>>>>
Maßgebend wäre jedoch, daß der Schießsport, als solcher anerkannt werde. Auch daß die Schützenvereine heute vorerst nur mit Luftgewehren schießen, könne die Liebe zum Sport nicht beeinträchtigen, zumal Art und Ausführung der Luftgewehre bezüglich Zielgenauigkeit auf Entfernungen bis zu zehn Metern dem Zimmerstutzen gleichkommen.
Abschließend stellte der Bezirksvorsitzende, die drei Symbole des Schießsportes heraus:
Schützen-Kameradschaft, Schützentreue und Schützenehre.
Aus Verbundenheit mit besten alten Traditionen, verbunden mit Volk, und Heimat sei es deshalb berechtigt, für den Schießsport und seine uneingeschränkte Ausübung einzutreten.
In der sich anschließenden Wahl des, Gauvorstandes wurden zum Gauschützenmeister Bernhard Schwemmlein, Coburg, zum Stellvertreter Willi Peter, Llchtenfels, zum Schriftführer Ludwig Müller, Coburg und zum Kassierer Anton Boller, Neustadt gewählt.
Dem Ausschuß gehören an: Hans Pfadenhauer, Lichtenfels, Karl Lang, Ludwigstadt, Erwin Schön, Rodach, Willi Kümmeth, Kronach, Longinus Naar, Staffelstein, Hermann Schmiedeknecht, Neustadt, Otto Stammberger, Michelau und Alfred Raab, Förtschendorf.
Im weiteren Verlauf der Gründungsversammlung nahm , Bezirksschützenmeister Müller zu allgemeinen internen Fragen Stellung, bei denen zum Ausdruck kam, daß der Bayer. Sport-Schützenbund der Rechtsnachfolger aller Schützenverbände ist. >>>>>

Lichtenfelser Tagblatt vom 17.02.1952

Chronik des Gaues Nord im BSSB-Bezirk Oberfranken
Enthalten in der Festschrift zum 44. Bayerischen Schützentag in Lichtenfels

Vor 42 Jahren, am 17.Februar 1952, versammelten sich im Schützenhaus Lichtenfels die Vertreter von 12 Schützengesellschaften, die 595 Schützen repräsentierten, aus den Landkreisen Coburg, Kronach, Lichtenfels und Staffelstein und den kreiseigenen Städten Coburg, Neustadt bei Coburg und Rodach, zur Gründungsversammlung des Gaues Nord. >>>>> Vorausgegangen war Anfang Dezember 1951 in Kulmbach die Gründung des Bezirks Oberfranken im Bayerischen Sportschützenbund, bei der die Einteilung des Bezirks Oberfranken in vier Gaue festgelegt wurde. Zum Gauschützenmeister wurde Bernhard Schwämmlein aus Coburg gewählt. Außerdem wurde das Gauschützenmeisteramt komplettiert, ein Gauausschuß und die Vertreter für den Bezirksausschuß bestimmt. Aus dem Protokoll dieser Versammlung geht hervor, daß man sich mit der Frage beschäftigte, ob und wie den durch Kriegs- und Nachkriegszeit in große Schwierigkeit geratenen Schützenvereinen geholfen werden könnte, wie sie von der Körperschaftssteuer befreit, ob für die nächsten Jahre Gauschießen durchgeführt und wie die Schützenfesttermine miteinander abgestimmt werden können. Außerdem wurde zur Kenntnis gebracht, daß der Bayerische Sportschützenbund Rechtsnachfolger des Bayerischen Schützenverbandes und somit der Bezirk Oberfranken der Rechtsnachfolger des ehemaligen Gaues Oberfranken ist. Am Schluß wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß es zu weiteren Wieder- und Neugründungen der Schützengesellschaften kommen wird und daß diese Mitglieder im BSSB werden. Diese Hoffnung erfüllte sich im Gau Nord von Jahr zu Jahr. >>>>>
Nach den plötzlichen Tod von Bernhard Schwämmlein im Jahre 1968 trat Siegfried Möslein die Nachfolge an und übt dieses Amt über 25 Jahre bis heute aus. Sein treuer Wegbegleiter im Gauvorstand war und ist Wolfgang Felmberg, der verschiedene Vorstandsämter ausübte und heute als 2.Gauschützenmeister fungiert.
Heute zählt der Gau Nord über 9200 Mitglieder, die in 65 Gesellschaften oder Vereinen tätig sind. Darunter sind eine Reihe altehrwürdige Gesellschaften, deren Gründung z.B. bis in das Jahr 1354 nachgewiesen ist. Aber auch eine Anzahl junger Vereine sind im Gau Nord zusammengeschlossen. >>>>>
Die in der Gründungsversammlung genannten drei Schwerpunkte unserer Arbeit:
»Schützen-Kameradschaft, Schützen-Treue, Schützen-Ehre« sind im Gau Nord lebendig erhalten geblieben. Es gereicht dem Gau zur besonderen Ehre, daß Weltmeister, Europa- und Deutsche Meister aus ihm hervorgegangen sind und sich Schützen aus unseren Vereinen an den Olympischen Spielen beteiligen konnten.
Das Gauschützenmeisteramt ist stolz, daß wir nach dem Jahr 1978, also nach 16 Jahren, gemeinsam mit der Kgl. privil. Schützengesellschaft Lichtenfels den 44.Bayerischen Schützentag in der Gründungsstadt unseres Gaues ausrichten dürfen. >>>>>
 
 



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