Königl. Privil. Scharfschützengesellschaft Lichtenfels

 
Schutzheilige der Schützen von A bis Z

Chronik-Inhalt
   





 

Gottesmutter Maria     >>>>>
Die Aufzählung der Schützenheiligen wäre nicht vollständig ohne die Erwähnung der Gottesmutter Maria. Auch wenn sie keine Heilige im engen Sinne ist, sondern als Gottesmutter sozusagen einen Sonderstatus genießt, war sie vor allem im Münchener Raum bis in die Barockzeit die Fürsprecherin der Schützen. Sicher mag dies mit dem besonderen Verhältnis der bayerischen Bevölkerung zur Gottesmutter ("Patrona Bavariae") zu erklären sein, doch muss auch gesagt werden, dass manche junge Schützengesellschaft den regionalen Bezug zu Maria als Schützen-Fürsprecherin nicht  mehr kennt. So ist auch in München der heilige Sebastian der "Hauptheilige" der Schützen geworden. Dennoch findet sich die Darstellung der Gottesmutter auf vielen Schützenfahnen auf Schützenscheiben hingegen finden sich keine Marienmotive, hier haben der heilige Sebastian und Hubertus eindeutig Vorrang. Allerdings ist die Gottesmutter nicht in erster Linie Schützenpatronin, sondern ihr Wirken wird aus einem anderen Patronat übertragen.


 

Heilige Anastasia     >>>>>
Gedenktag 25.Dezember - Zweiter Weihnachtsfeiertag

Die heilige Anastasia ist die Heilige des Klosters Benediktbeuren und gilt zudem als die Schützenpatronin in dieser Region. Sie ist im übrigen auch für die  Journalisten und Zeitungsmacher zuständig. Anastasia wurde Mitte des dritten Jahrhunderts als Tochter eines Heiden und einer Christin in Rom geboren. Nach dem frühen Tod ihres brutalen Ehemanns widmete sie sich ganz der Fürsorge für die in den Gefängnissen festgehaltenen Glaubensschwestern und -brüder. Als ihr Seelenführer Chrysogonus unter der Regentschaft von Kaiser Dioletian zum Tode verurteilt wurde, begleitete sie ihn auf seinem letzten Weg nach Aquileia in Oberitalien. Dort wurde sie ebenfalls festgenommen und nach Sirminium im heutigen Kroatien verschleppt. Nach vielen Folterungen verurteilte sei ein Richter schließlich zum Tode, der erste Versuch der Exekution - sie sollte mit dem lecken Schiff untergehen - aber scheiterte. Nun wurde sie auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.



 

Heiliger Antonius     >>>>>
Gedenktag 17.Januar

Vermutlich weil der heilige Antonius auch von den Offizieren als Schutzheiliger geführt wird, gilt er insbesondere in der Westschweiz und teilweise auch im alemannischen Süddeutschland als der Patron der Schützen. Zahlreiche weitere Berufsstände erbitten sich Hilfe vom heiligen Antonius. Der Heilige gilt als der erste Einsiedler des Christentums, er gründete somit das Ordensleben. Gleichzeitig wurde seine Einsiedelei, die sich zu einem der ersten Klöster wandelte, zu einem geistigen Zentrum des frühen Christentums. Der heilige Antonius wurde um 250 im mittelägyptischen Keman geboren. Nach dem Tod seiner Eltern zog sich Antonius in ein unbewohnte Gebirge zurück. Im Jahre 311 tröstete er unter Lebensgefahr zum Tode verurteilte Christen in Alexandria, zog sich dann aber wieder in die Berge am Rande der Wüste Sahara zurück. Noch einmal verließ er seine Einsiedelei, um auf Bitten des Kirchenlehrers Athanasius gegen die arianische Lehre zu predigen. Antonius soll 105 Jahre alt geworden sein.



 

Heilige Barbara     >>>>>
Gedenktag 4.Dezember
 
Die heilige Barbara ist eine historisch nicht belegte christliche Märtyrerin. Sie soll in Nikomedia, dem heutigen İzmit, gelebt haben. Nach der Legende wurde sie von ihrem Vater geköpft. Sie ist eine der Vierzehn Nothelfer und Schutzheilige der Bergleute, Geologen und der Artilleristen. Eine kleinere Reliquie der Heiligen Barbara befindet sich in der Wallfahrtskirche "St. Hildegard und St. Johannes d. T." in Eibingen im Rheingau. Diese Reliquie gehört zum Eibinger Reliquienschatz, den Hildegard von Bingen zusammengetragen hat.
Barbarazweige: Nach einer alten Tradition schneidet man am Barbaratag einen Zweig von einem Obstbaum, meistens von einem Kirschbaum oder einer Forsythie, und stellt ihn in Wasser. Am Weihnachtstag sollte dieser Barbarazweig dann blühen



 

Heiliger Fabian     >>>>>
Gedenktag 20.Januar

In Oberschlesien und besonders in Breslau wurde der wenig bekannte Heilige als Schutzpatron der Schützen verehrt. Mit der Flucht vieler deutschstämmiger Oberschlesier wurde der heilige Fabian auch bei uns als Schützenheiliger bekannt. Über den heiligen Fabian ist nur sehr wenig bekannt. Sicher ist, dass er von 236 bis 250 als Papst in Rom wirkte. Von wo er ursprünglich kam, ist nicht überliefert. Er ist sehr eng mit den Namen einer ganzen Reihe von hochrangigen Heiligen verbunden, die er als Bischöfe in allen Teilen der damals bekannten Welt einsetzte. Er legte in der kurzen Zeit, als im Römischen Reich die Christen nicht verfolgt wurden, die Grundlage für die Verbreitung des Christentums. Er war ein strategisch denkender Mensch, dem es darauf ankam, möglichst tüchtige Statthalter einzusetzen, die wiederum dafür sorgten, dass ihre Bistümer zu einer Blüte kamen. Viele dieser Bischofssitze wurden nach der kurz nach dem Tod des heiligen Fabian wieder einsetzenden Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian zum Bewahrer des Glaubens.
 

Heiliger Georg (griechisch: "der Landmann")     >>>>>
Gedenktag 23.April

Der heilige Georg - ebenso wie so viele andere Heilige Opfer der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Dioletian - ist in erster Linie der Schutzpatron der Büchsenmacher. In manchen Gegenden wird er aber auch als Schutzheiliger der Schützen verehrt. Der Märtyrer ist einer der bekanntesten Heiligen überhaupt; sein (nicht belegter) Kampf mit dem Drachen macht ihn zum Leitbild des Mittelalters und zum Vorbild aller Ritter (Ritterorden). Nur wenige Lebensdaten des heiligen Georg sind verbrieft; er entstammt einer vornehmen Familie in Kappadokien, wurde Soldat und später Tribun im römischen Heer unter Kaiser Dioletian. Er schloss sich den Christen an, wurde verraten und im Jahre 305 festgenommen, und nach vielen Folterungen, die er der Legende nach unverletzt überstand, zusammen mit der Kaiserin, die er zum Christentum bekehrte, enthauptet. Das sind die gesicherten Daten. Der Kampf gegen den Drachen, der Menschenopfer verlangte, dürfte aus der Feder eines Autors des frühen Mittelalters stammen. Der Heilige Georg wird dargestellt als Ritter mit und ohne Pferd, mit durch Schwert oder Lanze durchbohrtem Drache. Die populärste Legende ist die vom Kampf des Ritters mit einem Drachen, der in einem See vor der Stadt Silena in Lybia hauste und die Stadt mit seinem Gifthauch verpestete. Die Einwohner mussten ihm täglich Lämmer opfern und als keine Tiere mehr aufzutreiben waren, wurden die Söhne und Töchter geopfert. Eines Tages traf das Los die Königstochter - die als Verkörperung der Kirche gelten kann. Nach Herz zerreißendem Abschied von den Eltern ging sie an den See vor der Stadt. Da erschien Georg, nachdem er alle Martern überstanden hatte und von den Erzengeln wieder zum Leben und zu herrlicher Schönheit gebracht worden war. Als der Drache auftauchte, schwang Georg mit dem Zeichen des Kreuzes die Lanze und durchbohrte das Untier, das zu Boden stürzte. Georg versprach den Bewohnern der Stadt, den Drachen zu töten, wenn sie sich zu Christus bekehrten. Er erschlug den Drachen, vier Paar Ochsen mussten den gewaltigen Drachen aus der Stadt schleppen, der König ließ sich daraufhin mit allem Volk taufen. Diese Schilderung entspricht der Georgsdichtung aus dem 12. Jahrhundert. Sie betont Rolle des Helden, der die Kreuzfahrer unterstützt.
 

Heiliger Hubertus  (althochdeutsch: "der durch Verstand Glänzende")    >>>>>
Gedenktag 3.November

Zahlreiche Schützengesellschaften in Bayern, insbesondere im Nürnberger Raum, haben den heiligen Hubertus zu ihrem Schutzpatron gemacht. Der um 700 geborene und bereits 727 verstorbene Hubertus war Bischof von Maastricht und Lüttich und zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Christianisierung Nordwesteuropas. Der Legende nach entstammt der heilige Hubertus einer reichen aquitanischen Familie. Er heiratete, verlor aber seine Frau schon kurz nach der Geburt seiner Tochter. Er zog sich immer mehr zur Jagd in die Wälder zurück, bis ihm ein Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz zwischen dem Geweih erschien (weshalb der heilige Hubertus in erster Linie für die Jäger zuständig ist). Dieses Erlebnis bestärkte den heiligen Hubertus, sich zum Priester weihen zu lassen. Als Bischof ging er dann nach Brabant und in die Ardennen, wo er schon bald den Beinamen "Apostel der Ardennen" erhielt. Der heilige Hubertus zählt zu den bekanntesten Schutzheiligen.

 

Heiliger Mauritius     >>>>>
Gedenktag 22.September
 

Der heilige Mauritius (St. Moritz, St. Maurice; † um 290 in Agaunum im heutigen Wallis) war der Anführer, der Primicerius, der Thebaischen Legion des Römischen Heeres. Diese Legion wurde in Theben aufgestellt und setzte sich vorwiegend aus Christen zusammen. Mit seiner Legion wurde er um 290, nach anderen Quellen 302 oder 303, hingerichtet, weil die Legion sich weigerte, zur Erlangung von Kriegsglück, den heidnischen Göttern zu opfern. Ihr Martyrium fiel in die Regierungszeit der Kaiser Diokletian und Maximian, unter deren Herrschaft schwere Christenverfolgungen stattfanden. Die Umstände seines Martyrium sind durch einen Brief des heiligen Bischofs Eucherius von Lyon, verfasst im Jahre 450, überliefert. Lange Zeit galten die Schilderungen als historisches Faktum, seit der Reformation sind sie allerdings Gegenstand wissenschaftlicher Kontroverse. Die Reliquien wurden vom Bischof von Octodurum, dem heiligen Theodorus, in Agaunum, dem heutigen St. Maurice im Wallis (Schweiz), aufgefunden. Ihm zu Ehren wurde an diesem Ort ca. 380 eine Kirche und um 515 das Kloster Saint-Maurice erbaut. Im 13. Jahrhundert wurden die Reliquien (Schädelknochen: "Bregenpanne" etc.) in den Dom zu Magdeburg überführt, dessen einer Patron Mauritius ist. Eine Armreliquie befindet sich in Angers. Der Legende zufolge war Mauritius im Besitz der heiligen Lanze. Die früh einsetzende Verehrung der Gruppe an ihrem Hinrichtungsort lässt sich bis ins 4. Jh. nachweisen. Der Heilige Mauritius wurde von Anfang an als römischer Offizier im Kettenhemd mit Schild und Lanzenfahne dargestellt - als schwarzer Mann, als Mohr. Er war ein Schutzheiliger des Heeres, der Infanterie, der Messer- und Waffenschmiede und wurde angerufen vor Kämpfen, Gefechten und Schlachten. Ab 888 wurde Mauritius als Schutzpatron des Königreichs Burgund verehrt. 955 wurde der Mauritius-Kult durch die Schlacht auf dem Lechfeld verstärkt, 962 bestätigte Papst Johannes XII. die Verehrung des Mauritius, der als Schutzpatron der Salier eine hohe Bedeutung für Kaiser Otto I. hatte. Mauritius gilt auch als Patron der Städte Coburg, Wiesbaden und Zwickau, als Schutzheiliger der Handwerker, die mit dunkler Farbe umgehen, und der Pferde. Er ist im Wappen der Familien Wolffskeel und Grumbach vorhanden und durch diese in die Wappen ihrer ehemaligen Besitzungen gelangt. Seit dem 14. Jahrhundert wird Mauritius in der Ikonographie als "Mauretanier", also als Mohr mit dunkler Hautfarbe dargestellt.
 


Heiliger Pankratius     >>>>>
Gedenktag 12.Mai
 
Der heilige Pankratius (* um 290 in Phrygien (Kleinasien), † um 304 in Rom) ist ein römischer Märtyrer der frühen christlichen Kirche. Er war der Sohn eines wohlhabenden Phrygiers und wurde mit 14 Jahren während der Herrschaft des Diokletian in Rom enthauptet. In der Chronographie wird er bereits 354 erwähnt. Um 500 erbaute Papst Symmachus ihm zu Ehren an der Via Aurelia eine Basilika. Sein Kult war europaweit verbreitet. Er zählt zu den Eisheiligen, zuweilen auch zu den Vierzehn Nothelfern. Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet der Alles besiegende.
Einige Schützengesellschaften in Österreich, aber auch in Süddeutschland verehren den heiligen Pankratius als ihren Schutzpatron. Er gilt auch als der Schutzpatron der Kinder. Seine Lebensgeschichte weist einige Parallelen zu der des heiligen Sebastian auf.
 

Heiliger Sebastian (griechisch: ehrwürdig)     >>>>>
Gedenktag 20. Januar

Die Lebensstationen des heiligen Sebastian sind weitgehend belegt, das macht die Persönlichkeit des wohl wichtigsten Schutzheiligen der Schützen so interessant. Der heilige Sebastian, der in den römischen Streitkräften eine beispiellose Karriere machte, wurde in der heutigen Narbonne geboren. Dort genoss er auch eine für die damalige Zeit sehr seltene umfassende Schulausbildung, was auf eine Herkunft aus hohem Hause spricht. Noch im Jünglingsalter verschlug es ihn nach Mailand, wo er an der Offiziersschule studierte. Schon während dieser Zeit lernte er das Christentum kennen, und den angehenden Offizier beeindruckte die Weltoffenheit und das Demokratieverständnis dieser Lehre. Als der heilige Sebastian nach Rom als Kommandeur der Leibgarde des als Christenverfolger gefürchteten Kaisers Diokletian berufen wurde, war er längst getauft und kümmerte sich intensiv um die Christen. Als er sich weigerte, dem Christentum abzuschwören, wurde Sebastian an einen Baum gebunden und sollte von Bogenschützen durch den Pfeil getötet werden. Der Legende nach hatten ihm aber die fliegende Pfeilgeschosse nicht anhaben können. Nachdem er sich von den Wunden erholt hatte trat er öffentlich vor den Kaiser, welcher ihn im Circus von Rom zu Tode peitschen lies. Reliquien Sebastians befinden sich seit 1250 im Franziskaner Kloster Hagenau im Elsass sowie im Kloster Ebersberg in Oberbayern.
 

Heilige Ursula     >>>>>
Gedenktag 21.Oktober

Wenig bekannt ist, dass auch die heilige Ursula zu den Schutzheiligen der Schützen gehört. Wie die heilige Barbara wird Ursula gerade im Rheinland von den Schützen verehrt, ist ihre Lebensgeschichte doch eng mit der Stadt Köln verbunden, wo auch die sterblichen Reste beigesetzt sind. Wohl die meisten von uns kennen die heilige Ursula aus dem reichen Legendenkranz, der sich vom 9. bis zum 12. Jahrhundert in immer üppigerer Fülle um sie gewunden hat. Die Legende bietet uns das Heiligenleben ohne Rücksicht auf die historische Wahrheit; sie entfaltet sich um einen Kern des Wirklichen und umgibt ihn mit dem Glanz des Wunderbaren. Aber die Legende ist wertvoll, und wir möchten sie auch heute nicht missen. Sie trägt dazu bei, religiöses Gedankengut fruchtbar werden zu lassen. Unaufdringlich formt sie am inneren Menschen, was einem trockenen Stoff meist nicht gelänge. Ursula war die Tochter eines edlen, christlichen Königs in Britannien. Der Ruf ihrer Weisheit und Schönheit drang durchs ganze Land. Ein heidnischer Königssohn namens Conan wollte sie um jeden Preis ehelichen. Sie aber hatte sich Christus, dem himmlischen Bräutigam geweiht. Ihr Vater kam darob in große Not, denn eine Absage hätte die Verwüstung seines Reiches durch den Heidenkönig zur Folge gehabt. In einer Vision wurde Ursula ein Ausweg gezeigt. Sie erbat sich eine Frist von drei Jahren. Conan und ihr Vater Dioneth sollten ihr zehn Gefährtinnen und diesen und ihr selbst je tausend Begleiterinnen und elf Schiffe zur Verfügung stellen. Die Forderung wurde erfüllt und Ursula bestimmte die ausgewählten Gefährtinnen dazu, gleich ihr ewige Jungfräulichkeit zu geloben. Sie übten sich zur See und nach Ablauf der drei Jahre wurde die ursulanische Flotte während einer Seefahrt nach Tile (an der Rheinmündung) verschlagen und fuhr weiter bis Köln. Hier wurde Ursula im Traum eine Wallfahrt nach Rom befohlen und ihr angekündet, sie alle würden bei der Rückkehr die Krone des Martyriums erlangen. Die Jungfrauenschar segelte rheinaufwärts bis Basel und wanderte von hier über die Alpen nach Rom zu Papst Cyriakus und wieder zurück nach Basel, wo Bischof Pantalus sie empfing. Dann bestiegen sie ihre Schiffe zur Fahrt nach Köln. Unterdessen wurde Ursulas Bräutigam in einer Vision aufgefordert, seiner Braut entgegenzufahren. Er würde in Köln mit ihr das Martyrium erleiden. Er traf mit Ursula und ihren Gefährtinnen in Mainz zusammen und ließ sich in ihrem Beisein im Mainzer Dom taufen. Dann fuhren alle rheinabwärts nach Köln. Die Stadt war von Hunnen belagert; sie fielen über die elftausend Jungfrauen her und metzelten sie nieder, weil sie ihre Jungfräulichkeit nicht preisgaben. Als letzte war Ursula übrig. Der Hunnenkönig Etzel, von ihrer Schönheit entzückt, begehrte sie zur Gemahlin. Doch sie schlug sein Angebot aus. Da legte er selbst Hand an sie und schoss ihr einen Pfeil ins Herz. Auch Conan erlitt den Tod. Cordula, eine der Jungfrauen, hatte sich aus Todesangst die Nacht über im Schiffe versteckt, am andern Morgen aber bot sie sich freiwillig dem Martertode. Ein himmlisches Heer, in Gestalt der Märtyrinnen, vertrieb die Hunnen aus Köln. Die befreite Stadt begrub die heiligen Jungfrauen und verehrt sie seither als ihre Schutzheiligen.
 

Weitere Regionale Schutzheilige     >>>>>
Von mindestens 14 Schützenheiligen ist in alten Quellen die Rede, namentlich werden sie selten genannt. Wie die Heiligen Fabian, Moritz oder Anastasia ist ihr "Wirken" auf einen eng begrenzten regionalen Raum beschränkt. Häufig wird das Patronat über eine Stadt übernommen: Die Schützen, die ja für den Schutz dieser Gemeinde verantwortlich waren, übernahmen dann einfach diesen Stadtpatron. So ist vermutlich die Funktion des heiligen Antonius ("der Große") vom niederländischen und Kölner Raum rheinaufwärts nach Basel und die Gegend um Basel herum gekommen. Ein typischer Schützenheiliger wie die Heiligen Sebastian, Hubertus, Barbara und Ursula mit ihren klar umrissenen "Ressorts" sind sie alle nicht; allenthalben der heilige Georg bildet eine Ausnahme als der gleichzeitige Schutzpatron der Büchsenmacher. Hier lässt sich die Querverbindung vom "Sportgerät" zum Schützen nachvollziehen. Auffallend bleibt jedoch, dass die meisten regionalen Schützenpatrone aus dem geistigen Umfeld des heiligen Sebastians entstammen.
 

Dionysius
(griechisch: "der Fröhliche")    
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Gedenktag 9.Oktober

Dionysius wurde nach Gregor von Tours von Papst Fabianus zusammen mit sechs anderen Bischöfen als Missionar nach Gallien geschickt und war vermutlich der erste Bischof von Paris (Lutetia). Gregor berichtet, dass er um 250 zu predigen begonnen habe. Der zuständige römische Gouverneur ordnete seine Verhaftung an und ließ ihn enthaupten. Dionysius soll danach aufgestanden und mit seinem Kopf in den Händen ein Stück weit gelaufen sein, um seinen Kopf vom Richtplatz Montmartre zu dem Ort zu tragen, wo er begraben sein wollte. An der Stelle, wo Dionysius sich niedergelegt haben soll, errichtete der fränkische König Dagobert I. 626 die nach Dionysius benannte Abtei mit der Kathedrale Saint-Denis, die dann auch den französischen Königen als Grablege diente. Dionysius wird dargestellt in bischöflichen Gewändern, sein abgeschlagenes Haupt vor sich her tragend. Weil er enthauptet wurde, wird Dionysius gegen Kopfweh angerufen. Sein Kult war in Frankreich und Spanien, später auch in Deutschland verbreitet. Er war fränkischer Reichspatron bzw. Schutzheiliger der französischen Könige, und ist Patron der Schützen und einer der 14 Nothelfer.
 


Quellenverzeichnis:
Bayerische Schützenzeitung 1/1999
Bayerische Schützenzeitung 1/2000

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