Königl. Privil. Scharfschützengesellschaft Lichtenfels

Das Jahrhundertprojekt - neue Schießanlage

Chronik-Inhalt

Jahrzehnte lang träumte die königlich privilegierte Scharfschützengesellschaft Lichtenfels von einer neuen, witterungsunabhängigen und vor allem umweltverträglichen Schießanlage. Pünktlich zum Jahr 2000 ist dieser große Traum in Erfüllung gegangen.
Die offizielle Einweihung war ein klares Bekenntnis zu den Idealen des Schießsportes, der Gemeinschaft und dem Wunsch, der Schützenjugend eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu bieten. Mit der neuen Schießsportanlage der Scharfschützengesellschaft Lichtenfels wurde sicherlich eine der modernsten Anlagen in Oberfranken und in Bayern errichtet.
Mit dem Segen beider Kirchen, mit den besten Wünschen befreundeter Vereine, vieler Schützengesellschaften, sowie prominenter Ehrengästen wurde am Freitag das dreitägige Festprogramm mit einem Festkommers feierlich eröffnet.
„Wir haben fertig“ zitierte der 1.Schützenmeister H.-Jochen Thiel den einstigen FC Bayern Trainer Giovanni Trapattoni und seine humorvollen Worten klangen wie ein Seufzer der Erleichterung. Thiel begrüßte die zahlreichen Ehrengäste, besonders freute er sich den Protektor des Deutschen Sportschützenbundes S.H. Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha und den Präsidenten des Deutschen Schützenbundes Josef Ambacher im Schützenhaus willkommen heißen zu dürfen. Mit viel Arbeitseinsatz und Verzicht auf Freizeit haben viele Mitglieder ein „Jahrhundertbauwerk“ geschaffen, das seines gleichen sucht. Auf Grund der steigenden Mitgliederzahl, vor allem im Bereich der Jugend, war es unverzichtbar, nun endlich eine umweltverträgliche, witterungsunabhängige Schießanlage zu schaffen, welche optimale Trainingsmöglichkeiten bietet. Der 1.Schützenmeister erinnerte die anwesenden Festgäste und Mitglieder daran, welche Höhen aber auch Tiefen die Lichtenfelser Schützen in Ihrer langen Geschichte mitgemacht haben.
1996 beschloss man, eine kpl. neue Schießanlage zu erstellen. Mit einem kaum vorstellbaren Elan ging es nach Genehmigung der Pläne 1998 an die Arbeit. Nach nur 18 Monaten Bauzeit konnte die Anlage ihrer Bestimmung übergeben werden.
 Der Präsident des Deutschen Sportschützenbundes Josef Ambacher, zollte der Gesellschaft große Anerkennung für die zukunftsweisende Leistung, welche besonders auch die Jugend anspreche, die in den Vereinen nicht nur sportlich sondern auch charakterlich eine Weiterbildung erfahren können. Gerade die schrecklichen Unglücke jüngster Zeit die den selbstüberschätzenden Umgang von Jugendlichen mit Waffen aufgezeigt haben, mahnen Sportschützen, die psychologische Jugendarbeit voranzutreiben. „Vereine sind die Schule der Demokratie“, stimmte auch 1.Bezirksschützenmeister Alfons Seitz seinem Vorredner zu und dankte im Namen des Bezirksverbandes den vielen Helfern, welche die Schießanlage mitgebaut haben. Die neue Schießanlage soll, so wünscht es sich Seitz, ein Begegnungsstätte der Generationen und ein Heim für die Jugend und für faire Wettkämpfe sein.
1.Gauschützenmeister Siegfried Möslein freute sich über das deutliche Signal der Lichtenfelser Schützen, dass sie nicht an „alten Mauern und Traditionen“ festhalten, sondern mit dieser modernen Anlage mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Mit viel Lob für die „Freude, Lebenslust und kulturelle Tradition“ der Schützen überreichte er dem 1.Schützenmeister einen Holzkrug als „Zielwasser-Schüttgerät“. Beste Wünsche und alles Gute für die Zukunft überbrachten auch MdB Dr. Bernd Protzner, Landrat Reinhard Leutner, sowie erster Bürgermeister Winfred Bogdahn. Für die Schützengesellschaften aus dem Gau Nord überbrachten die Schützenmeister aus Schney, Marktzeuln, Michelau, Grub am Forst, Einberg, Schwürbitz, Coburg-Neuss, Coburg sowie die drei Staffelsteiner Schützenvereine die besten Grüße.
Für die befreundeten Nachbarvereine der Turner, Ringer und des 1.FC Lichtenfels überbrachte 2.Bürgermeister und Sportreferent Winfried Weinbeer die Glückwünsche.
In Anerkennung seines „außerordentlichen Engagements“  während der gesamten Planungs- und Bauzeit verlieh Ehrenschützenmeister Alfred Brandmeier im Namen der Schützengesellschaft die höchste Auszeichnung, die „goldene Ehrennadel der SSG Lichtenfels“ an den 1.Schützenmeister H.-Jochen Thiel.
Zum offiziellen Eröffnungsschießen am Samstag trafen sich rund 100 Schützen aus der Region, um sich im sportlichen Wettstreit zu messen. Insgesamt nahmen 19 Vereine und Gesellschaften teil. Die neue Anlage besteht aus 10 Schießbahnen á 100 Meter mit Zwischenzielen in 50, 25, 15 und 10 Metern, 20 neue Luftgewehrstände und 5 Ständen mit 25 Metern für Pistole. Es entstanden neue Umkleideräume, eine Waffenkammer, Technikräume und eine neue Heizung. In der Eingangs- und Wartehalle befinden sich die Kabine für Auswertungen und Aufsicht, sowie eine kleine Sitzgruppe. Großzügige Fensterflächen gestatten die Beobachtung der Schützen durch die Zuschauer ohne die Schützen selbst zu stören. Die 100 m Bahnen wurden mit Erde abgedeckt und werden jetzt optisch und akustisch vom angrenzenden Festplatz kaum wahrgenommen. Die Beleuchtung und Belüftung entsprechen den neuesten Schießsportstättenrichtlinien. Durch die Pergola, die zum Festplatz zeigt und als traditionelles und lieb gewonnenes Element erhalten wurde, bildet sich durch geschickte Planung ein Innenhof der vielseitig genutzt werden kann.
Den Abschluss der bestens organisierten Einweihungstage bildete der „Tag der offenen Tür“ zu welchem die gesamte Bevölkerung eingeladen war. An die 100 Teilnehmer beteiligten sich am Jedermannschießen. Jeder Besucher konnte unter fachmännischer Anleitung eine 10 Schuss-Serie auf den neuen Luftgewehrständen abgeben. Zur Erinnerung erhielt jeder „Schnupperschütze“ eine persönliche Urkunde mit dem geschossenen Schussbild seiner Serie. An diesem Tag zeigten auch qualifizierte Sportschützen ihr Können in den unterschiedlichsten Disziplinen.
 
 



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